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letzte Änderung: 17.09.2009



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Sabaki und seine Bewohner
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Das Dorf Sabaki
 

Sabaki, das Dorf in dem sich unsere Schule befindet, liegt nur 10km entfernt von der Touristenstadt Malindi. Malindi ist neben Mombasa und Lamu, die beliebteste Stadt für europäische, vor allem italienische und deutsche, Touristen. Es handelt sich um eine Küstenstadt, ca. 150km nördlich von Mombasa mit schneeweißen Stränden und Korallenriffs. Leider konnten in den letzten 5 Jahren viele Gebäude und Einrichtungen nicht gepflegt werden, da in Folge der allgegenwärtigen Angst vor Terrorismus viele Touristen fern blieben.

Sabaki ist von Malindi aus zu Fuß oder mit Hilfe eines Matatus (Kleinbus) erreichbar. Das Dorf liegt im Landesinneren am Fuße des Sabaki/Galana Flusses, dem zweitgrößten Fluss Kenias. Die Schule befindet sich auf einem Hügel etwa 1km vom Fluss entfernt.

Im Dorf gibt es keine Stromversorgung und die Wasserversorgung ist völlig unzureichend. An der Schule und an einem weiteren Platz befindet sich ein Wasserhahn. Die Menschen bezahlen pro 10-Liter-Kanister einen Kenianischen Schilling. Leider ist die Wasserversorgung nicht zuverlässig, so dass immer wieder auf das keimreiche Wasser des Flusses zurückgegriffen werden muss. Das stellt für die Menschen, insbesondere für Kinder und Alte, ein enormes gesundheitliches Risiko dar.

Außerdem gibt es im Dorf zwei provisorische Kirchen sowie ein paar kleine Läden und Verkaufsstände , die Waren aus der Stadt gewinnreich verkaufen. Da keiner der Dorfbewohner ein Fahrzeug besitzt und nur wenige ein Fahrrad, ist der Weg nach Malindi jedoch so zeitaufwendig, dass viele auf diese Läden angewiesen sind.

Sabakis Bewohner

Fast alle Bewohner des Dorfes gehören dem Stamm der Giriama an. In Kenia gibt es insgesamt über 40 verschiedene Stämme, die sich grob in Kuschiten (arabischen Ursprungs), Niloten (Nomaden, z.B. Maasai) und Bantu (Bodenbauern) unterteilen lassen. Die Giriama gehören zu den Bantustämmen. Sie haben eine eigene Sprache und siedeln ausschließlich in der Küstenregion zwischen Mombasa und Lamu. Vielen Touristen sind sie durch traditionelle Tanzdarbietungen bekannt. Zudem sind sie für ihre großen Heilkünste berühmt, die zu einem großen Teil bis heute erhalten sind. Auch in Sabaki gibt es solch einen Heiler, ein Krankenhaus dagegen gibt es im Dorf nicht.

Die meisten Bewohner des Dorfes sind Christen . Sie zelebrieren das Christentum stark und viele sind in der Gemeinde, die von einem einheimischen Pfarrer geleitet wird, aktiv. Während man in Malindi auch viele Muslime findet, sind sie in Sabaki eine absolute Minderheit. Trotzdem sind auch sie anerkannt, der Unterschied zwischen den Religionen ist hier nicht so groß, denn auch traditioneller Glauben spielt eine Rolle.

Ihren Lebensunterhalt verdienen die meisten Bewohner Sabakis nur schwerlich und unregelmäßig. Die jüngeren Männer sind häufig in der Stadt im Tourismusbereich beschäftigt oder bieten Dienstleistungen, wie den Transport auf Fahrrädern, an. Seitdem die Touristen weniger werden, hat sich die Situation vieler Familien gravierend verschlechtert. Einige Familien besitzen am Ufer des Sabaki-Flusses etwas Land und bepflanzen es mit Früchten, die sie in der Stadt verkaufen. Die Frauen leisten besonders viel. Sie versorgen die Kinder und Alten, machen den Haushalt und bereiten die Mahlzeiten zu, was in Kenia wesentlich aufwendiger ist, als bei uns. Zudem verdienen sie oftmals ein wenig Geld mit dem Verkauf von zubereitetem Essen, der Herstellung von Kleidung, Körben oder ähnlichem. Auch die Feldarbeit wird in vielen Familien ausschließlich von den Frauen verrichtet. Die Kinder befinden sich die meiste Zeit des Tages in der Schule. Morgens und abends werden aber auch sie in die alltäglichen Arbeiten mit eingebunden, sie holen Wasser, hüten das Vieh oder helfen beim Kochen und Wäsche waschen. Mädchen sind auch hier sehr viel mehr gefordert als Jungen.

Da im Dorf keine Stromversorgung vorhanden ist, enden viele Arbeiten mit Einbruch der Dunkelheit um 18Uhr. Danach wird gekocht und im Hof gesessen. Da die Lehmhütten sehr klein und dunkel sind, findet nahezu das gesamte Leben im Freien statt. Die Giriama leben in Großfamilien von drei Generationen, jeder sorgt für jeden. Leider befindet sich dieses System auch hier in Auflösung, denn durch die hohe Arbeitslosigkeit sind viele junge Männer gezwungen die Dörfer zu verlassen. Kommunikation ist dann fast unmöglich und die Familienbande lösen sich langsam.

 

Sabaki
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